Nicht jedes Pixel ist nachhaltig und digital heißt nicht automatisch klimafreundlich. Während Unternehmen ihre Kommunikation weiter digitalisieren, zeigt eine neue Studie: Ausgerechnet Print schont das Klima deutlich stärker. Zu diesem Ergebnis kommt das international anerkannte Öko-Institut im deutschen Freiburg. Unter klar definierten Bedingungen verursacht Print demnach nur rund ein Fünftel des CO₂-Fußabdrucks vergleichbarer digitaler Kommunikationsmittel – ein Minus von rund 80 Prozent.
Print vs. digital: Die Ergebnisse im Detail
In nahezu allen untersuchten Szenarien schnitt Print in puncto CO₂-Emissionen besser ab als digitale Medien: Eine einzelne Anzeige auf einer Seite innerhalb einer 24-seitigen gedruckten Broschüre mit einer Reichweite von einer Million Kontakten verursacht rund 642 kg CO₂e – etwa fünfmal weniger als die entsprechende PDF-Version mit 3.360 kg CO₂e. Auch bei Zeitungsanzeigen liegt Print vorn, wenn auch mit geringerem Abstand: 67 kg CO₂e stehen 102 kg CO₂e für ein Online-Banner gegenüber.
Zwar weist die Studie auf Einflussfaktoren wie Papierqualität, Anzeigenformat oder Dateigröße hin. Gleichzeitig kommt sie zu dem Schluss, dass diese Variablen den ökologischen Vorteil von Print nicht grundsätzlich infrage stellen.
Effiziente Produktion macht Print noch nachhaltiger
Die Ergebnisse stützen die Position führender Technologieanbieter wie Konica Minolta: Nachhaltigkeit im Printbereich entscheidet sich nicht allein an der Wahl des Papiers, sondern ebenso an der Effizienz der eingesetzten Produktionstechnologien.
Moderne digitale Produktionsdrucksysteme reduzieren Abfall, verkürzen Rüstzeiten und senken den Energieverbrauch pro gedruckter Seite. On-Demand-Produktion ermöglicht es, Überproduktion zu vermeiden, ohne Abstriche bei der Qualität hinnehmen zu müssen.
Impact: Print bringt viermal mehr Aufmerksamkeit
Neben der Emissionsbilanz spricht auch die Nutzung für Print. Laut der Studie widmen Leser*innen einer Seite in einer gedruckten Broschüre im Durchschnitt zehn Sekunden Aufmerksamkeit – gegenüber lediglich 2,5 Sekunden für eine Seite auf dem Bildschirm.
Diese Zahlen decken sich mit Erkenntnissen aus der Marktforschung: Studien des britischen Postunternehmens Royal Mail zeigen, dass zwei Drittel der Konsumenten Briefe eher öffnen als E-Mails. Zudem empfinden 39 Prozent postalische Kommunikation als persönlicher und relevanter als Massen-E-Mails.
Die höhere Aufmerksamkeit steigert die Wirkung jedes einzelnen Kontakts – und stärkt damit indirekt auch das Nachhaltigkeitsargument für Print. Denn Nachhaltigkeit ist auch eine Frage der Wirkung: Wenn ein Medium mehr Aufmerksamkeit erzeugt, braucht es weniger Kontakte, um das gleiche Ziel zu erreichen – das verbessert die Umweltbilanz pro Wirkungseinheit noch weiter.
Studiendesign: gesamter Lebenszyklus im Blick
Untersucht wurden:
- eine 24-seitige Broschüre auf 36,6 g/m² SC-Papier, produziert im Heatset-Rollenoffset mit Rückenleimung, sowie eine Zeitungsanzeige auf 43 g/m² Recyclingpapier aus dem Coldset-Druck sowie …
- … als digitale Vergleichsformate dieselbe Broschüre als PDF-Download sowie eine Online-Banneranzeige.
Die Daten stammen aus kommerziellen Druckbetrieben in der DACH-Region und den Niederlanden und wurden mit digitalen Inhalten verglichen, die aus mitteleuropäischen Rechenzentren bereitgestellt wurden.
Für gedruckte Produkte berücksichtigte die Studie den gesamten Lebenszyklus – von der nachhaltigen Forstwirtschaft und Papierherstellung über Druckprozesse, Energie- und Materialeinsatz bis hin zu Logistik und Distribution zum Leser.
Bei digitalen Medien flossen die Herstellung von Endgeräten wie Computer und Smartphones, der dauerhafte Betrieb von Rechenzentren sowie die energieintensiven Netzinfrastrukturen zur Datenübertragung in die Berechnung ein. Die Gestaltungsphase blieb außen vor, da sie für beide Kanäle als weitgehend identisch gilt.
Print als moderner Baustein nachhaltiger Kommunikation
In Summe belegt die Studie, dass Print – auf Basis geeigneter Materialien, durchdachter Produktionsentscheidungen und moderner Drucktechnologie – ein wirksamer Bestandteil nachhaltiger Kommunikationsstrategien sein kann. Nicht als überholtes Medium, sondern als bewusst optimierte, zeitgemäße Lösung.