Eine Gruppe von Freunden biegt falsch ab und landet plötzlich vor einem verlassenen Bürogebäude, einem „Lost Place“. Hey, das sieht spannend aus, denken sie sich. Versuchen wir doch mal, da reinzukommen!
Das ist der Einstieg und zugleich die erste Aufgabe im neuen Escape Room von Konica Minolta in Langenhagen/Hannover. Escape Rooms wurden in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland und Österreich immer beliebter: eine Gruppe von Spielern muss dabei in einem thematisch gestalteten Raum gemeinsam Rätsel lösen. Die möglichen Szenarien sind vielfältig: Es kann darum gehen, einen Ausweg zu finden, einen Schatz zu entdecken oder irgendeine andere Mission zu erfüllen. Doch Unternehmen, die über einen eigenen Escape Room verfügen, sind noch rar gesät.
Jeder kann etwas beitragen
Dass Konica Minolta zu dieser Gruppe zählt, ist einer kreativen Mitarbeiterin zu verdanken. Ann-Kathrin Goedicke unterstützt normalerweise als Projektmanagerin Kund*innen bei der Einführung neuer Multifunktionssysteme. Doch in ihrer Freizeit spielt sie gerne Escape Rooms: „Das ist fantastisch, was da für ein Gemeinschaftsgefühl entsteht“, schwärmt sie. Bei einem Fußballspiel sollte jeder halbwegs auf einem ähnlichen Niveau sein, damit das Spiel gut funktioniert. Anders bei Escape Rooms: „Hier kann jeder mitspielen, das zehnjährige Kind wie die 90jährige Oma. Jeder hat seinen Blickwinkel und kann dadurch etwas beitragen. Und am Ende ergeben die Puzzleteile ein vollständiges Bild. Das ist faszinierend!“ Eigentlich perfekt für Team-Building. Also warum nicht auch einen Escape Room bei Konica Minolta umsetzen?
„Das ist der Ritterschlag“
Aus der Idee wurde Wirklichkeit: Der Escape Room des Unternehmens kann seit einigen Wochen von allen Mitarbeitenden gespielt werden. Am besten in einem vier- bis sechsköpfigen Team, in Begleitung eines Spielleiters, der mit Anweisungen unterstützt. „Nach den 60 Minuten Spielzeit blickt man immer in strahlende Gesichter, die total happy sind“, erzählt Ann-Kathrin Goedicke. Das schönste Kompliment komme von Personen mit viel Escape-Room-Erfahrung, die sagen: „Ihr könnt euch absolut mit professionellen Escape Rooms da draußen am Markt messen!“ Goedicke: „Das ist natürlich der Ritterschlag.“
„Nach den 60 Minuten Spielzeit blickt man immer in strahlende Gesichter, die total happy sind.“
Ann-Kathrin Goedicke, Escape-Room-Mastermind und Projektmanagerin bei Konica Minolta
Warum Escape Rooms eine zweite Ebene benötigen
„Einen guten Escape Room erkennt man daran, dass er über mehrere Ebenen verfügt“, meint Ann-Kathrin Goedicke. Es gehe zunächst um Spiel und Spaß, aber idealerweise schwingt noch eine weitere Ebene mit. In diesem Fall ist es die Verbindung zu Konica Minolta, die während des Spiels gar nicht so ins Auge sticht – aber wenn man danach mit dem Spielleiter gemeinsam das Erlebte reflektiert, gebe es immer wieder viele Aha-Momente: „Am Ende hat man nicht nur ein cooles Spiel gespielt, sondern auch viel über Konica Minolta, seine Geschichte, seine Strategie, über unterschiedliche Abteilungen gelernt.“
Ein Pitch in der „Höhle der Löwen“
„Die spannendste Frage am Anfang ist: Wie kommt so eine Idee aus der Kaffeeküche bis in die Geschäftsführung?“, meint das Mastermind hinter dem Escape Room. Auch dafür hat sie sich einen kreativen Ansatz überlegt: einen 5-Minuten-Pitch im Stile der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“. Geschäftsführer, Personalchefin, der Logistik-Chef – sie alle folgten Ann-Kathrins Einladung, in der „Jury“ zu sitzen und ihre Idee zu beurteilen. Ihr Urteil: äußerst positiv. Ein tolles Investment, das auf viele Ziele des Unternehmens einzahle – das Teamgefühl zu stärken, über Abteilungsgrenzen hinaus zu denken, auch mal mutig zu sein und out-of-the-box zu denken. Das Projekt ist nicht zuletzt ein schönes Beispiel für den kulturellen Wandel bei Konica Minolta, hin zu noch mehr Beteiligung der Mitarbeitenden – weniger top-down, mehr bottom-up. (Mehr über die Initiative „Future Culture“ im Video mit HR-Chefin Katrin Oppermann.)
Wie ein Escape Room umgesetzt wird
Auch positiv für die „Investoren“: Die Idee war relativ kostengünstig umzusetzen, eine leerstehende Ecke im Büro war schnell gefunden, in Kleinanzeigen inserierte alte Möbel wurden kostenlos abgeholt, Kollegen mit technischen und Programmier-Kenntnissen halfen bei der Umsetzung, die Geschichte und Rätsel wurden ebenfalls gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie fachlichen Inputs zahlreicher Abteilungen entwickelt.
Und wie geht’s weiter? „Wir überlegen uns unterschiedliche Möglichkeiten“, erzählt Ann-Kathrin Goedicke. „Andere Geschichten, weitere Standorte, Spiele auch für Kund*innen und Geschäftspartner. Wir hätten jedenfalls schon viele Ideen dafür!“