Der Textilhersteller SETEX investierte in eine eigene Druckerei, obwohl er über kein internes Druck-Know-how verfügte. Marketingleiter Martin Wendring erklärt, wie das gelang – und wie daraus ein Wettbewerbsvorteil wurde.
Der Mittelständler SETEX aus Nordrhein-Westfalen hat ein Problem gelöst, das viele Produktionsunternehmen kennen. Seine Kunden bestellen immer kleinere Mengen von immer vielfältigeren Produkten – die Individualisierung hält auch am Textilmarkt Einzug. Dieser Trend schlägt 1:1 auf den Bedarf nach internen Drucksachen durch. Einschieber, Banderolen, Etiketten: gefragt sind kleinere Auflagen und mehr Varianten, und zwar stets so rasch wie möglich.
Den externen Druckdienstleistern des Textilherstellers fiel es schwer, sich auf diese neuen Anforderungen einzustellen. Das machte die Druckproduktion zum potenziellen Engpass in einem ansonsten effizienten Fertigungsprozess.
Welches Drucksystem passt für ein KMU?
Der entscheidende Anstoß für eine Inhouse-Druckerei kam auf der Fachmesse Drupa 2024. Auf dem Messestand von Konica Minolta entdeckte SETEX-Marketingleiter Martin Wendring die Möglichkeiten des Digitaldrucks: „Das war für mich ein absolutes Highlight des Messebesuchs, nämlich zu erkennen, was heute im Digitaldruck alles möglich ist, und das auf engstem Raum.“
Genauso wichtig wie die Leistungsfähigkeit war die Benutzerfreundlichkeit. „Da wir intern über kein Know-how im Druck verfügen, war die einfache Bedienung des Drucksystems ausschlaggebend, um überhaupt an eine Inhouse-Druckerei zu denken“, erklärt Wendring.
Die optimale Lösung fand er im Digitaldrucksystem AccurioPress C7090. Ganz bewusst hat sich SETEX für eine Kombination mit der Inline-Beschnitteinheit TU-510e entschieden. So können in einem Arbeitsgang rundum beschnittene, gerillte oder perforierte Einschieber, Broschüren und sogar Banderolen produziert werden. Das bedeutet: Die notwendigen Eingriffe der Mitarbeitenden werden auf ein absolutes Minimum reduziert.
Für höchste Druckqualität sorgt die Auto-Inspection-Technologie IQ-501, welche Qualität, Farbe und Standgenauigkeit automatisch überwacht und in Echtzeit korrigiert. „Genau diese Tools sind für uns unabdingbar, um ohne großes Expertenwissen in die Druckproduktion einzusteigen“, betont Martin Wendring.
„Mithilfe der internen Druckproduktion konnten wir die Durchlaufzeiten eines Auftrags von drei Wochen auf vier Tage reduzieren.“
Martin Wendring, Marketingleiter SETEX-Textil GmbH
Warum sich Inhouse-Druck rechnet
Wenige Monate nach dem Messebesuch wurde aus der Vision Realität: Das Drucksystem wurde bei SETEX aufgestellt und nach einem zweitägigen Key-Operator-Training ging es in Vollbetrieb. Das erwartete Druckvolumen wurde bereits nach wenigen Monaten übertroffen.
Die Vorteile, die sich für SETEX durch eine Inhouse-Druckerei ergeben, sind vielschichtig: Der Einkauf und die Lagerhaltung der Drucksachen sind obsolet. Mit der bedarfsgerechten Produktion ist eine Überproduktion weitgehend ausgeschlossen und die Entsorgung veralteter Drucksachen gehört der Vergangenheit an. Ein Punkt, der auch auf die Nachhaltigkeitsstrategie von SETEX einzahlt.
Interne Verzahnung erhöht Prozesseffizienz
Durch die Verzahnung der beiden Bereiche – Textil und Druckherstellung – konnten die internen Prozesse deutlich optimiert und die Durchlaufzeiten der Aufträge drastisch reduziert werden. „Mithilfe der internen Druckproduktion konnten wir die Durchlaufzeiten eines Auftrags von drei Wochen auf vier Tage reduzieren“, erzählt der SETEX-Marketingleiter.
Und es ist noch mehr möglich: Im nächsten Schritt will Wendring die Drucksystem-Lösung ins ERP-System von SETEX integrieren. Dann können Druckaufträge direkt aus dem ERP-System angestoßen und die internen Prozesse weiter optimiert werden: „Im Idealfall wird in Zukunft schon bei der Auftragserfassung definiert, welche Drucksachen benötigt werden, die dann parallel zur Textilproduktion erstellt werden und gemeinsam mit dem Gewebe auf der richtigen Palette landen und den Weg zur Konfektionierung antreten.“
Genau diese Flexibilität und Verfügbarkeit erwarten sich Kunden im B2B-Markt. Wer heute in smarte Technologie investiert, sichert sich daher einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.