Verantwortungsvolle Digitalisierung – Herausforderung und Chance

| 7. Dez 2020

Was ist Digital Responsibility?

Wie oft haben Sie heute schon gegoogelt? Und wussten Sie, dass Sie dabei auch eine ganze Menge Kohlendioxid (CO2) erzeugen? Wir verraten, warum Digital Responsibility ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Digitalisierung in Unternehmen ist.


Warum (Corporate) Digital Responsibility?


Mit Künstlicher Intelligenz, autonomem Fahren, Augmented Reality und Smart-Home-Systemen hat der technologische Fortschritt Einzug in unseren beruflichen und privaten Alltag gehalten. Ob Verbraucher, Mitarbeiter, Großkonzern oder Start-up – die digitale Transformation treibt uns alle an. Meist stehen bei den Diskussionen über die Vor- und Nachteile der Digitalisierung technologische bzw. wirtschaftliche Themen im Fokus. Ein Faktor kommt dabei viel zu kurz: Die gesellschaftliche und soziale Dimension. Corporate Digital Responsibility (CDR) bezieht diese Aspekte mit ein – und ist nicht nur ein Trend, sondern auch wichtiger Erfolgsfaktor für die Digitalisierung. So hat auch das Marktforschungsunternehmen Gartner das Thema „Digital Ethics“ zum Top-Technologie-Trend für die kommenden Jahre auserkoren.


Was Googeln mit digitaler Nachhaltigkeit zu tun hat


Digitale Nachhaltigkeit und digitale Verschmutzung sind Themen, die uns alle selbst jeden Tag betreffen. Ein Beispiel: Die tägliche Google-Suche erzeugt rund 0,2g CO2. Warum? Der Suchbegriff wurde innerhalb einer knappen Sekunde zu einem Datenzentrum geschickt, erfasst, umgewandelt und an einen weiteren Server gesendet. Diese Datenzentren verbrauchen natürlich ebenfalls Energie. Inzwischen trägt der Energiebedarf dieser Serverfarmen so viel zum weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bei wie der Flugverkehr. Überlegen Sie kurz einmal, wie oft Sie diese Woche bereits mit Google nach etwas gesucht haben und wie viel CO2 dabei in etwa angefallen ist.


Facts & Figures zu Digital Responsibility

Nur 4%

der deutschen Kunden glauben, dass sie Kontrolle über ihre Daten haben
(pwc.de, 2020)

68%

der Kunden sind loyaler gegenüber Unternehmen, die digitale Nachhaltigkeit leben
(pwc.de, 2020)

67%

der CEOs meinen, dass sich KI negativ auf das Vertrauen der Stakeholder auswirkt
(pwc.de, 2020)

Vorreiter zeigen, wie digitale Ethik gelebt wird


Bekannte IT-Player zeigen, wie digitale Nachhaltigkeit funktionieren und auch im Unternehmen gelebt werden kann. So informieren Konzerne wie Microsoft oder die Deutsche Telekom auf ihren Websites ausführlich über ihren Umgang mit Digital Responsibility. Sie sprechen über interne Initiativen zum Thema Datenschutz, aber auch über externe Partnerschaften, z. B. zur Förderung von Frauen in IT-Berufen.


Das Software-Unternehmen Salesforce hat 2018 sogar einen eigenen „Chief Ethical and Humane Use Officer“ ernannt. Dieser arbeitet produkt-, rechts-, und ethikübergreifend an der Entwicklung und Umsetzung eines strategischen Rahmens für den ethischen und humanen Einsatz von Technologie. Digitale Transformation schafft daher nicht nur neue Produkte und Lösungen für Beruf und Freizeit sowie allgemeinen gesellschaftlichen Wandel, sondern sogar ganz neue Berufsfelder und Karrieremöglichkeiten.

Vier Eckpfeiler rund um digitale Verantwortung


Verantwortung für Daten: Data Ethics

 

Die vielen Fälle von Datenmissbrauch (Stichwort: Camebridge Analytica) sowie die Diskussionen rund um die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben die digitale Nachhaltigkeit auf die Agenda vieler Unternehmen befördert. Dies zeigt: Daten sind ein wichtiger Treiber der Digitalisierung.
 

Wenn Unternehmen die Digitalisierung nicht verantwortungsvoll angehen, laufen sie Gefahr, Kunden, hoch-qualifizierte Mitarbeiter und wertvolle Marktanteile zu verlieren. Dies erfordert einen gewissenhaften Umgang mit personenbezogenen Daten, der über die rechtlichen Rahmenbedingungen hinausgeht. Denn nicht alles, was legal ist, ist auch ethisch vertretbar.


Ziel muss es also sein, Transparenz und Vertrauen bei den Stakeholdern zu schaffen und unvorhergesehene Risiken proaktiv zu adressieren. Unternehmen müssen sich ein Rahmenwerk geben, um verantwortungsvoll mit Daten umzugehen. Dies sichert auch Wettbewerbsvorteile. Initiativen im Bereich Digitale Verantwortung könnten dabei folgende Aktivitäten umfassen.
 

  • Verbindliche und globale Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten von Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten

  • Etablierung eines Datenschutz-Beauftragten: Bei größeren Unternehmen sollte dies eine Person in jedem Land in Europa sein

  • Ein etabliertes Informationssicherheitsmanagement

  • Umfassende Sicherheitslösungen für Kunden wie bizhub SECURE

  • Regelmäßige Sicherheits- und Compliance-Trainings für Mitarbeiter

  • Interne Weiterbildung und externe Forschungskooperationen bauen Wissen und Skill Sets auf
     

Reduzierung der digitalen Verschmutzung

 

Das Beispiel der Google-Suche zeigt deutlich: Auch der Einsatz digitaler Technologien kann negative Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben. Eine der Hauptformen der digitalen Verschmutzung wird als "ruhende Verschmutzung" bezeichnet. Diese ist auf die Speicherung von E-Mails zurückzuführen. Sie trägt in hohem Maße zum Klimawandel bei - und jeder Einzelne trägt kräftig dazu bei. Was können Unternehmer also tun, um die digitale Verschmutzung zu reduzieren?
 

  • Nachhaltiges Design von Produkten und Services sorgt für Angebote, bei denen die ethische Perspektive von Anfang an mitgedacht wird
  • Ausgestaltung der internen IT-Strukturen unter ethischen Gesichtspunkten 

  • Verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien

  • Sichere Kühlung von Rechenzentren

  • Kompensation der unvermeidbaren CO2-Emissionen, z. B. durch Programme wie „Klimaneutrales Drucken“

     

Soziale Innovation: Für eine soziale Besserung

 

Digitalisierung hat das Potenzial ein echter "Game Changer" für sozialen Aufschwung zu sein: Produkte, Dienstleistungen und Prozesse werden verbessert, um negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu reduzieren. Gerade im Bereich der sozialen Innovationen bieten digitale Technologien eine große Chance. Folgende Projekte können dabei als Beispiele genannt werden:  
 

  • Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Weiterentwicklung bestehender Kerntechnologien in einem „Open Innovation“-Ansatz
  • Integration digitaler Technologien in Kerntechnologien des Unternehmens

  • Unterstützung von Reformen der Arbeitsorganisation im Unternehmen

  • Nutzung digitaler Technologien, um die Umweltauswirkungen der eigenen Produkte und Lösungen zu reduzieren, z. B. im Rahmen von Klimaschutz-Programmen wie bizhub ECO

  • Einbeziehung interner und extern Stakeholder, um neue Formen der Kommunikation und des Austauschs zu schaffen

     

Zugänglichkeit und digitale Integration: Digitale Technologien für alle

 

Unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Beeinträchtigung sollen digitale Technologie zugänglich für alle sein - digitale Integration ist das Stichwort. Denn Digitalisierung trägt auch zum Wohlstand und zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft bei. Um digitale Technologien für alle zugänglich zu machen, setzen wir uns für folgende Initiativen ein:
 

  • Digitale Technologien, um die Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu verbessern, z. B. Lösungen, für mobiles Arbeiten und Home-Office.

  • Digitale Expertise und Kooperationen für soziale Zwecke, z. B. die Partnerschaft mit Bildungseinrichtungen zur Förderung von Mädchen und Frauen in IT-nahen Berufen.

  • Barrierefreiheit für Produkte, Lösungen und Services, z.B. für unsere Drucksysteme im Rahmen des "Universal Design"-Ansatzes 


Vorteile von Digital Responsibility für Unternehmen


Eine verantwortungsvolle Digitalisierung ist Herausforderung und Chance zugleich. Dies zeigen auch die vielen Vorteile, die eine umfassende Digital Responsibility Strategie bringt.
 

  • Unternehmenseigene Risiken hinsichtlich der digitalen Transformation (Compliance, Reputation etc.) reduzieren

  • Datengetriebene Geschäftsmodelle und Innovationen, die von Kunden akzeptiert werden

  • Werden Sie der gesellschaftlichen Nachfrage nach einem transparenten, selbstbestimmten und verantwortlichen Umgang mit Daten, digitalen Anwendungen und datengetriebenen Produkten gerecht

  • Gerüstet für die wachsenden Anforderungen qualifizierter Arbeitnehmer an Sie als Arbeitgeber

  • Solide Vertrauensbasis mit Stakeholdern und gestärkte Beziehungsebenen mit Kunden, Partnern und Lieferanten

  • ​Langfristige Wettbewerbsvorteile sichern

Digital Responsibility @ Konica Minolta

Auch wir bei Konica Minolta sind sich unserer digitalen Verantwortung bewusst. Dabei wollen wir sie im Rahmen unserer CSR-Strategie aktiv mitgestalten - von der Reduktion der digitalen Verschmutzung bis hin zu Data Ethics und der Förderung sozialer Innovationen. 

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Functionality Green

Fazit: Corporate Digital Responsibility (CDR) nützt allen

 

Digital Responsibility ist Voraussetzung für Unternehmen, um in Sachen Digitalisierung nachhaltig erfolgreich zu agieren. CDR spürt ethische Spannungsfelder auf und räumt mögliche Risiken im Vorfeld aus dem Weg. Und das senkt letztlich auch Kosten. Eine regelmäßige Prüfung und Auseinandersetzung mit digitaler Nachhaltigkeit stärkt zudem die Reputation und die Marke des Unternehmens.

 

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